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Ländlicher Nachbarschaftsstreit

Archivale des Monats Februar
Montag, 2. Februar 2026 - 11:58

Februar: Ländlicher Nachbarschaftsstreit

Wo Menschen siedeln, entstehen Konflikte. Im ländlichen Raum der Frühen Neuzeit wurzelten Streitigkeiten vornehmlich in zwei Kennzeichen der Landwirtschaft: Zum Einen waren die Grenzen von Feldern, Wiesen und sonstigen Ländereien mangels präziser Landvermessung nur ungenau dokumentiert. Zum Anderen waren Allmenden bzw. Marken weit verbreitet, also jene Weide-, Wald-, Heide- oder Moorflächen, die in genossenschaftlichem Eigentum der Dorfgemeinschaft standen und von den Berechtigten zur Viehmast und Gewinnung von Futter, Früchten, Holz und Düngestoffen genutzt wurden, so dass man über individuelle Nutzungen leicht uneins werden konnte.

Die Zeichnung der Hofstätte des Schulten Bölling bei Nottuln entstand 1662 im Zuge eines Nachbarschaftsstreites um einen Graben und zeigt u.a. einen dreistöckigen steinernen Speicher, der heute noch auf dem jetzigen Hof Schulze Hauling erhalten ist.

LAVNRW W, B 215 / Kloster St. Aegidii, Münster - Akten, Nr. 134d.

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